Alternative Heilverfahren

Naturheilkunde ist ein ernstzunehmendes, wenn auch immer noch umstrittenes Teilgebiet der ganzheitlichen Medizin.

Pflanzliche Medikamente zur Behandlung von Herzkrankheiten sind nicht immer seriös! Gerade bei Herzkreislaufkrankheiten muss auf Seriosität geachtet werden, denn oft kann eine nicht anerkannte (>>evidenzbasierte) Behandlung dem Kranken schaden, indem sie die nötige Behandlung verhindert oder verzögert.

Alle wirksamen Mittel aus der Naturheilkunde (Phytopharmaka) sind prinzipiell wirksame Heilmittel, haben daher erwünschte und unerwünschte Nebenwirkungen. Diese müssen dem verordnenden Arzt, dem (geprüften) Heilpraktiker und sollten auch dem Patienten bekannt sein. Hinzukommt, dass sie nur teilweise erforscht und naturwissenschaftlich begründet (evidenzbasiert) sind, was aber nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Naturheilkunde ist keine „sanfte“ Medizin! Unsere Herzmittel stammen ja zu einem Teil aus der Naturheilkunde.

Bestes Beispiel ist Digitalis, das bereits 1785 von WITHERING als harntreibendes Mittel bei Patienten mit Herzschwäche entdeckt und verwendet wurde.

Aber auch Weißdorn (Crataegus), Maiglöckchen (Convallaria), Meerwziebel (Scilla), die sämtlich die Herzleistung verbessern können, gehören dazu, können also nützlich für die Behandlung der Herzschwäche sein. Neue Studiendaten allerdings lassen Zweifel zu, dass Digitalis oder andere „herzstärkende“ Mittel als zur ersten Wahl gehören. Digitalis wird heute in dieser Form nicht mehr eingesetzt.

Als sedierendes (Beruhigungs-) Mittel kann Valeriana (Baldrian) versucht werden.

Auch sollte das Johanniskraut (Mittel gegen Depressionen) hier genannt werden, das aber Wechselwirkungen mit vielen anderen Medikamenten (z.B. Marcumar) hat; es vermindert den Abbau und steigert damit die Wirkung vieler Medikamente.Wichtig ist, dass der Patient dem Arzt die Einnahme dieser Mittel ebenfalls genau mitteilt.

Sie wurde grundlegend eingeführt von dem Arzt des 18./19. Jahrhunderts Samuel Hahnemann (1755-1843) und beruht auf der fragwürdigen Vorstellung, Ähnliches durch Ähnliches heilen zu kömnnen („Similia similibus curantur“). Die verwendeten Heilmittel sind speziell aufbereitet, indem sie „potenziert“ verabreicht werden, d.h. in zunehmenden Verdünnungen oder Mischungen, bis der „Wirkstoff“ naturwissenschaftlich nicht mehr nachweisbar ist. Historisch wurde dabei oft über „Heilungen“ berichtet, die jedoch nie wissenschaftlich haltbar waren, und meist auf einen „Placeboeffekt“ oder Spontanheilungen zurückzuführen waren. Homöopathie ist also nicht evidenzbasiert, spielt aber bei Laien eine Rolle, weil das irrationale Moment in unserer Welt eine große Bedeutung hat. Dieses Moment besteht auch darin, dass das Vertrauensverhältnis Arzt/Patient durch die Heilmethode, nicht jedoch durch die Heilmittel, besser als in der Schulmedizin tragfähig ist. Der Arzt nimmt sich eben mehr Zeit für seinen Patienten.
Dieser Tatsache trägt die homöopathische Medizin Rechnung, hält aber wissenschaftlichen Prüfungen nicht stand. Man kann aber allein deshalb nicht sagen, sie sei „nichts wert“.  .

Zur Zeit ist die Homöopathie erstaunlicherweise und dank effizienter Lobbyarbeit als sog. „Zusatzbehandlung“ von manchen Kassen und Privatkassen zugelassen und nimmt im Gesamtverordnungsvolumen etwa 8% ein. Dabei handelt es sich bei den Mitteln um ökonomische Renner mit einer Gewinnspanne von bis zu 800%. Das allerdings muss in aller Schärfe kritisiert werden.

Eine gute Zusammenfassung gibt es bei Wikipedia.

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist ein Jahrhunderte altes Gebiet der (chinesischen) Heilkunde: Es wird bei uns meist und sehr vereinfachend mit dem Begriff der Akupunktur verbunden. Dabei ist die TCM mit ihren 5 Säulen Akupunktur, Moxibustion, Bewegung, Diätetik und Massage wesentlich mehr, doch entbehrt sie in vielen Bereichen der wissenschaftlichen Grundlage. Wir rechen sie daher zur alternativen Medizin und wissen, dass viele ihre Wirkungen auf den >> Plazebo-Effekten der Wirkungen des Qi (körperliches Gleichgewicht) und des Yin und Yang (Interreaktion des männlichen und weiblichen Wesens) beruhen.Für die Behandlung von Herzkreislaufkrankheiten kommen TCM-Verfahren kaum zur Anwendung, wenn man von Moxibustion bei Bluthochdruck oder Schröpfen bei der gleichen Erkrankung oder Herzmuskelschwäche absieht. TCM ist aber inzwischen häufiger in westlichen Industrieländern anzutreffen, was mit der zunehmenden Beliebtheit alternativer Heilmethoden zusammenhängt.

 


 

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