Prävention

Massnahmen zur Verhinderung des Auftretens von Krankheiten nennt man Prävention, von lat praevenire = „zuvorkommen, verhüten“. Diese betreffen im Falle der Herzkreislaufkrankheiten im Idealfall die Vermeidung jeglicher Bedingungen, die etwa Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod auslösen können und zielen auf die Verhinderung des Einflusses der Risikofaktoren, wenigstens aber darauf, ihren Einfluss zu vermindern. So ist etwa ein gängiges Komzept der Prävention das der körperlichen Aktivität (Sport), z.B. in den Rehabilitationseinrichtungen oder Herzsportgruppen. Das Konzept ist wissenschaftlich begründet. Daher ist Prävention und der Sport als Schiene zum gesundheitsbewußten Verhalten immer ein ganzheitliches medizinisches Konzept, das sich nach dem Psychiater G. Caplan (1964) in drei Hauptteile gliedert:

  • Primärprävention
  • Sekundärprävention
  • Tertiärprävention

Primärprävention zielt auf die Krankheitsvermeidung bereits vor ihrem Auftreten, etwa bei Übergewicht.
Sekundärprävention soll das Fortschreiten diagnostizierter Krankheiten oder das Auftreten von Krankheitskomplikationen verhindern.
Tertiärprävention schließlich setzt an nach dem Ereignis (Herzinfarkt), um Rückfälle zu vermeiden.
Insbesondere die Sekundär- und Tertiärprävention wird im Begriff der Rehabilitation zusammengefaßt.

Patienten sollten die folgenden 3 Phasen durchlaufen:

  • Phase I – Frühmobilisation
    Bereits im Krankenhaus: Krankengymnastik und Atemtherapie. Möglichst ohne Unterbrechung übergehend in Phase II.
  • Phase II – Rehabilitation
    Kann ambulant oder stationär in einer spezialisierten Rehaklinik erfolgen. Wird oft auch als Anschlussheilbehandlung (AHB) oder Anschlussrehabilitation (AR) bezeichnet. Umfasst medizinisch-körperliche, psychosoziale und gesundheitsbildende Maßnahmen.
  • Phase III – Nachsorge
    Die Nachsorge läuft dauerhaft. Sie umfasst in der Regel:

    • Teilnahme an ambulanten Herzgruppen (früher „Herz-Sportgruppen“)
    • Betreuung und Dauerbehandlung durch den Hausarzt. Alle Patienten mit KHK sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen.
      Es besteht auch die Möglichkeit, sich in ein Disease-Management-Programm (DMP) aufnehmen zu lassen.
    • Geeignete Präventionsmaßnahmen: Dazu gehören insbesondere ein gesundheitsförderlicher Lebensstil mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung.

Die Rehabilitationskosten und ihre Erstattung sind in den sog. Rahmenvereinbarungen mit den Krankenkassen, den Unfallversicherern, den Rentenkassen und den Trägern der Kriegsopferversorgung gemäß § 44 Abs. 1 Nr. 3 und 4 SGB IX geregelt (Auszug):