Bluthochdruck

Eine sehr gute Zusammenfassung der Krankheit, ihrer Behandlung und der Vorbeugung gibt dieser Patientenratgeber (PDF) der Techniker Krankenkasse

HOHER BLUTDRUCK TUT NICHT WEH!

Hoher Blutdruck ist keine seltene Krankheit mit unbehandelt sehr ernsten Folgen (Schlaganfall). Da man erhöhten Blutdruck lange Zeit nicht fühlt, kommt die Diagnose oft nur über einen Zufallsbefund beim Arztbesuch zustande. Daher gibt es eine hohe Dunkelziffer, die man durch Aufklärung und durch Blutdruckmessungen, wann immer das möglich ist, senken kann. Denn die Behandlung des Bluthochdrucks ist sehr effizient und schützt zuverlässig vor schlimmen Folgen.

Man unterscheidet den sog. primären oder essentiellen von sekundären oder durch Organschäden bedingten Bluthochdruck. Der primäre Hochdruck ist die häufigste Hochdruckform; der sekundäre Hochdruck kommt vor allem bei Nierenkranken vor (renal bedingter Hochdruck). Vor allem die sog. Nierenarterien-Stenose (-verengung) kann für einen solchen Bluthochdruck verantwortlich sein. Es sind Interventionen möglich: Die Stenose kann dilatiert werden (Stent).

Andere sekundäre Formen sind hormonbedingt, etwa durch Adrenalin-Tumoren der Nebenniere (Phäochromocytom) oder bei Schilddrüsen-Überfunktion. Hier geht es vor allem um die Beseitigung der hormonellen Ursache.
Eine Sonderform nimmt der sog. systolische“ Hochdruck ein, der inbesondere bei Älteren auftritt und durch eine alleinige Erhöhung des systolischen Blutdruckwertes und eine erhöhte Blutdruckamplitude (den sog. >> Pulsdruck) gekennzeichnet ist.

Hoher Blutdruck (Hypertonus) ist als primärer oder essentieller H. einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung vieler Herzkreislaufkrankheiten, Nieren- und Gefäßkrankheiten, und der wichtigste Risikofaktor für den Schlaganfall. In späten Stadien kommt es fast immer zu einer Miterkrankung der Nieren, die durch die Bestimmung der Mikroalbuminurie erkannt werden kann.Da die Krankheit zunächst nicht zu fühlbaren Symptomen führt, bleibt sie lange unentdeckt. Daher sollte bei jedem Arztkontakt, in Apotheken und natürlich in der Herzsportgruppe der Blutdruck obligatorisch gemessen werden. >> Ursachen
Unter zu hohem Blutdruck verstehen wir eine Erhöhung der am Arm in mm Quecksilber (Hg) und unter Ruhedingungen gemessenen Blutdruckwerte über einen Grenzwert (140/90 mm Hg). Solche international akzeptierten Grenzwerte sollten nicht überschritten werden; bei Diabetikern liegen sie niedriger (135/80 mm Hg).
In einer Studie bei gesunden Älteren (>80 Jahre) ergab sich, dass auch die Reduktion erhöhter Blutdruckwerte in dieser Gruppe zu einer Abnahme von Folgekrankheiten (Schlaganfall) führte. Dies war jedoch bei gebrechlichen Personen dieser Altersgruppe nicht der Fall, sodaß eine Blutdrucksenkung nicht immer erforderlich zu sein scheint.
Es gibt eine Gruppe von Patienten, die sehr schlecht auf die medikamentöse Behandlung ansprechen; man nennt sie therapie-resistent. Wenn alle Ursachen, wie die einer mangelhaften Therapietreue (Compliance), von Dosierungsfehlern oder Wechselwirkungen ausgeschlossen sind, trifft diese Diagnose zu. Dann kann das Behandlungsprinzip der „renalen Denervierung“ angewendet werden.

>> Behandlung

Beim sekundären, dem organisch bedingten Hochdruck unterscheidet man die nierenbedingten, herzkreislaufbedingten und hormonalen Ursachen.

  • Die Niere ist die häufigste organische Ursache, etwa bei chronischem Nierenversagen oder der Nierenarterienstenose.
  • Bei den Herzkreislaufursachen steht der Aortenklappenfehler (Aortenklappen-Insuffizienz) an erster Stelle.
  • Hormonal bedingter Hochdruck entsteht z.B. bei Schilddrüsen-Überfunktion oder Tumoren der Nebenniere.
  • VEGF: auch durch die zunehmende Verwendung von Substanzen, die die Gefäßneubildung bei der Krebsbehandlung hemmen, kann Bluthochdruck entstehen.

Diese Formen sind durch (meist operative) Beseitigung der Ursachen heilbar.

Hypotonie oder (zu) niedriger Blutdruck ist, da häufig mit hohem Blutdruck (etwa bei Medikamenten-Überdosierung) vergesellschaftet, hier zu besprechen. Von Hypotonie spricht man bei Blutdruckwerten systolisch unter 100 und diastolisch unter 60 mm Hg. Diese Werte findet man oft bei jungen Menschen vom asthenischen Typ, nach Infekten, Hormonstörungen der Nebenniere oder bei Menschen mit Trainingsmangel.
Eine Sonderform ist die extreme Hypotonie bei mangelnder Herzleistung etwa bei schwerem Herzinfarkt. Dann spricht man von cardiogenem Schock.
Symptome sind
– Schwindel bis Ohnmacht (>> Synkope)
– Abgeschlagenheit
– Müdigkeit
Bei plötzlicher Lageänderung des Körpers, etwa bei abruptem Wechsel von Liegen zu Stehen (längere Bettruhe) kann es zu plötzlicher Hypotonie kommen: es tritt der (orthostatische) Kreislaufkollaps mit vorübergehender Ohnmacht ein (Synkope; Abklärung auf dem Kipptisch).
Die Behandlung besteht nach Ausschluß einer organischen (EKG) Erkrankung in allgemein aufbauenden Maßnahmen wie Flüssigkeitskontrolle, Bewegung, Training und auch Anwendungen aus der Naturheilkunde (Kneipp’sche Anwendungen).

 

 

 

 


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