Behandlung

Die Behandlung von Herzkreislaufkrankheiten ist in den letzten Jahrzehnten medikamentös, interventionell (Stent) und operativ (>> TAVI) erheblich verbessert worden. Die Vielfalt von Ursachen, die Brustschmerzen bedingen können, reichen vom Herzinfarkt über die Angina pectoris bis zu den funktionellen Beschwerden (ohne Befund) und haben zur Einrichtung der sog. „Brustschmerzeinheiten“ oder „chest pain units“ (CPU) geführt. Diese ermöglichen eine rasche Abklärung der Beschwerden.
Wir diskutieren hier vor allem die Behandlungsmöglichkeiten des Herzinfarkts und seiner Vorstufen, des Bluthochdrucks und der Herz-Rhythmusstörungen. Es gibt mehrere Behandlungsprinzipien, die meist kombiniert werden:

Säulen der Behandlung

ganzheitliche Maßnahmen (Ernährung, Sport),
medikamentöse Therapie,
chirurgische Behandlung (Bypass, Klappenersatz),
Intervention (Stent, Klappenersatz)

Aus allen vier Kategorien speist sich die notwendigerweise ganzheitlich angelegte Versorgung. Allerdings nimmt die spezifische Therapie in der Behandlung von Herzkrankheiten durch den Herzkatheter- oder chirurgischen Eingriff einen breiten Raum ein. Mit Hilfe des Herzkatheters ist es heute möglich, von kleinen Arterien- oder Venenpunktionen über die zum Herzen vorgeschobenen Katheter Verengungen auch der kleinsten Kranzgefäße aufzuspüren und meist dauerhaft (d.h. über mehrere Jahre hinweg) zu beseitigen, sowie durch geeignete invasive Verfahren Herzrhythmusstörungen zu behandeln und Herzklappen zu ersetzen. In der Chirurgie kann die Bypass-OP erfolgreich gegen die Kranzgefäßverengung und Erkrankungen der Herzklappen eingesetzt werden. Eine besondere Domäne der Herzchirurgie bei der Behandlung der Herzschwäche ist die >> Herztransplantation oder der >> Einsatz von Kunstherzen.

Bei allen Behandlungsformen spielt heute die sog. evidenzbasierte Medizin eine große Rolle, die die Zulassung von Medikamenten und die Ausarbeitung von >> Leitlinien gestattet, nach denen eine Therapie zu erfolgen hat. Es gibt inzwischen auch verständlich aufbereitete Patientenleitlinien, z.B. Bluthochdruck).

Eine zunehmende Rolle spielt dabei auch der Patient selber, der unter häuslichen Bedingungen die Änderung seiner Symptomatik beobachten, notieren und melden kann. Das Patiententagebuch als Beispiel dafür der AOK ist hier herunterzuladen.
In ähnlicher Weise beginnt hier auch die Telemedizin eine Bedeutung zu bekommen. Diese Übermittlungstechnik versetzt den Patienten in die Lage, online seine Daten an den Arzt oder das Betreuungszentrum zu übermitteln. Auch die neuen Dienste der ärztlichen Assistenten (z.B. AGNES etc.) sind dabei von Wichtigkeit.


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