Wiederbelebung

CPR (= cardiopulmonary resuscitation) oder primäre Reanimation ist die Wiederbelebungstechnik, die auch von Laien beherrscht werden sollte, weil damit Leben gerettet werden kann. Die Laien, die dazu ein regelmäßiges Training absolvieren. nennt man auch Ersthelfer. Das Prinzip besteht darin, bei einem Menschen mit einem Kreislaufstillstand die Zeit bis zum Eintreffen eines Spezialteams von Rettungsassistenten und dem Notarzt zu überbrücken. Dies geschieht durch Anwendung der sog. Herzdruckmassage (HDM; 100/min) und einer sog. Atemspende, die das ABC-System der Wiederbelebung ausmachen. Das Verhältnis von HDM zu Atemspende soll 30:2 betragen (European Resuscitation Council 2010).

Die früher obligate Atemspende kann heute, in einer Zeit der kurzen Rettungsketten, zugunsten einer alleinigen Herzdruckmassage aufgegeben werden (Ausnahme: geübter Notfallzeuge-Ersthelfer).

Damit wäre auch eine sog. Ekelbarriere überwunden, die bisher manche davon abhielt, überhaupt tätig zu werden. Die neue Richtlinie gilt allerdings nur, wenn die Rettungskräfte schnell eintreffen. Wenn mit längeren Zeiten zu rechnen ist, sollte die Atemspende nicht unterlassen werden und sollte dann auch beherrscht werden. Neu ist außerdem, dass die HDM nicht unterbrochen werden sollte, um die Atemspende durchzuführen!
 Nach einer jüngst veröffentlichten japanischen Studie kann davon ausgegangen werden, dass der Langzeiteffekt nach Reanimation bei Anwendung einer reinen HDM (ohne Atemspende) sogar zu besseren Ergebnissen führt, besonders dann, wenn ein AED zum Einsatz kommt. Dieser sollte die Basisreanimation jedoch nicht zu lange unterbrechen!

Neues Wiederbelebungsschema PRD

Pulsfühlen ist nicht mehr erste Maßnahme zur Diagnose des Kreislaufstillstandes!
Stattdessen: Überprüfung der Spontanatmung!

prüfen:
Ist die Person ansprechbar? (Rütteln, Schütteln, lautes Rufen) Ist sie spontan atmend? (zur Prüfung Nacken überstrecken, Kinn anheben).
rufen:
Alarmierung der Notrufzentrale 112 oder lokale Nummer
drücken:
Wenn Prüfung negativ, sofortiger Beginn der Herzdruckmassage (HDM; 100/min, 5cm) in Rückenlage – auch ohne Atemspende, Thoraxentlastung nach jeder Kompression


ABC der Wiederbelebung (alt oder geübte Notfallzeugen)
A = Atemwege freimachen
B = Beatmung (Atemspende)
C = Circulation (Kreislaufhilfe; HDM)


Verhältnis HDM:Atemspende
30:2


Ist die Person spontan atmend: stabile Seitenlagerung

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AED = automatischer externer Defibrillator (Defi)

Wiederbelebung bei Kreislaufstillstand ist eine Aufgabe von Ersthelfern, die mit der mechanischen (primären) Reanimation wie oben beschrieben unverzüglich beginnen müssen. Da jedoch dem Kreislaufstillstand meist eine spezielle Herzrhythmusstörung, das Kammerflimmern, zugrunde liegt, ist eine möglichst frühzeitige Elektroschockbehandlung mit Hilfe eines Defibrillators (Defi) notwendig. Moderne leistungsfähige Defis sind die AEDs, die auch von Laien bedient werden können. Sie sind meist an öffentlichen Plätzen zugänglich, werden in Risikogruppen vorgehalten (Herzgruppen) und sind auf akustische Befehle hin einfach zu bedienen. Immer jedoch muss der Ersthelfer, der dieses Gerät zur Anwendung bringt, die Technik der primären Reanimation beherrschen (Training!)