Herzmuskelschwäche

 

Eine sehr gute Zusammenfassung der Krankheit, ihrer Behandlung und der Vorbeugung geben die sog. Hochdruck – Patientenleitlinien (PDF) des ÄZQ (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin)

Die Herzmuskelschwäche oder Herzinsuffizienz ist oft der gemeinsame Endpunkt einer Vielzahl von Herzkrankheiten, die in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat, weil die Behandlung der früher oft tödlichen Herzerkrankungen (besonders des Herzinfarktes) zu fast normaler Lebenserwartung geführt hat. Die dennoch fortbestehende Herzschädigung löst dann später oft eine Herzinsuffizienz aus. Andere Ursachen, die eine wesentliche Rolle spielen, sind der Bluthochdruck und die bakterielle und durch Viren hervorgerufene Herzmuskelentzündung (>> Myokarditis) oder Herzklappenerkrankungen.

In einer neueren Studie (JACC: Heart Failure – 2016; 4: 911-919) wurde gefunden, dass insbesondere drei Risiken für das spätere Entstehen einer Herzinsuffizienz wichtig sind: 

  1. Bluthochdruck
  2. Fettleibigkeit (Adipositas)
  3. Typ-2-Diabetes

Definition:
Eine H. liegt vor, wenn das Herz nicht in der Lage ist, die Blutversorgung des Körpers in Ruhe oder unter Belastung sicherzustellen.
Eine seit Jahrzehnten gebräuchliche Einteilung ist die der New York Heart Association (NYHA, s.u.)
Man unterscheidet die akute von der chronischen, sowie die Links- und die Rechts-Herzinsuffizienz. Die akute Form ist meist schwerwiegend, wie das Lungenödem oder der Kreislaufschock (s. Besonderheiten), während letztere oft eine lebenslange Beeinträchtigung der Lebensqualität bewirkt und medikamentöse Langzeitbehandlung erfordert.

NYHA Einteilung

I = keine Symptome
II = Symptome bei starker körperlicher Belastung
III = Symptome bei leichter körperlicher Belastung (Alltagsbelastung)
IV = Symptome schon in Ruhe oder bei Bettlägerigkeit
 

Symptome der Herzinsuffizienz

  • Luftnot,
  • Herzklopfen,
  • Schwindel,
  • Schwellungen der Unterschenkel, Knöchel, Fußrücken (Bein-Ödeme)
  • bei zusätzlichen Venenerkrankungen (häufig) „offenes Bein“
  • Leistungsabfall

Um festzustellen, ob Sie zu einem durch Herzschwäche gefährdeten Personenkreis gehören, haben wir eine Checkliste eingestellt.

>> Herzschwäche-Check!


Von der AOK gibt es ein Tagebuch mit der Möglichkeit täglicher Eintragungen über Gewicht, Blutdruck und Befindlichkeit:

>> Herzmuskelschwäche-Tagebuch der AOK


Diagnose:
auslösende Krankheit (Herzinfarkt, Bluthochdruck, Klappenerkrankungen)
vergrößertes Herz im Röntgen oder Echo,
verminderte Herzleistung – sog. Ejektionsfraktion EF (70% normal)


Therapie:

Medikamentös (>> Diuretika, >> ACE-Hemmer, >> Betablocker) s.a. Behandlung
Chirurgisch. z.B. Klappenersatz
Interventionell: cardiale Resynchronisationstherapie (CRT)
Implantierbarer Cardioverter/Defibrillator (ICD)
Ultimativ: Herztransplantation
Präventiv: Bewegungstherapie