Koronare Herzkrankheit (KHK)

Eine sehr gute Zusammenfassung der Krankheit, ihrer Behandlung und der Vorbeugung geben die sog. KHK- Patientenleitlinien des ÄZQ (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin). Die Patientenleitlinie KHK 2017 wurde soeben veröffentlicht.

Diese Krankheit ist die häufigste Herzerkrankung überhaupt.

 

Das der KHK zugrundeliegende Kranzgefäßleiden ist die meist allgemeine Arteriosklerose auch dieser Gefäße. Wie anatomisch erkennbar, besteht dieses dreifache arterielle System aus einer rechten und linken Arterie, die Hinter-, Vorder- und Seitenwand des Herzmuskels mit Blut versorgt. Die Besonderheit des linken Gefäßes ist, dass es aus einem Hauptstamm hervorgeht und sich in zwei Äste für Vorder- und Seitenwand teilt. Je nach Befall der Arteriosklerose spricht man von Hauptstammstenose, Ein-, Zwei- oder Dreigefäßerkrankung. Während die Ein- und Zweigefäßerkrankung durch Stenteinpflanzung gut zu behandeln sind, sollte die Hauptstammstenose und die Dreigefäßerkrankungbesser bypass-operiert werden. Diese ist besonders zu empfehlen, wenn eine schlechte Kammerfunktion und/oder eine Zuckerkrankheit vorliegen. (s.a. Abschnitt Lehrfilme und Bildbeispiele).


Das Bild zeigt eine starke (90%)-Verengung der linken Kranzarterie (Stenose), bei der man sich eine Herz-Durchblutungsstörung leicht vorstellen kann. Diese koronare Herzerkrankung ist als KHK bekannt und stellt zusammen mit dem Schlaganfall den höchsten Anteil der Todesfälle in den Ländern der Industrienationen dar. Doch kommt es auch immer mehr zur Zunahme dieser Erkrankungen in den sog. Schwellen – und Entwicklungsländern, die sich dem Lebensstil der westlichen Nationen immer mehr anpassen. In Deutschland dagegen ist ein stetiger Rückgang der Todesfälle, verbunden allerdings mit einer Zunahme der Fälle von Herzmuskelschwäche, zu beobachten. Der Herzbericht der Deutschen Herzstiftung aus 2011 zeigt darüber hinaus deutliche regionale Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern. So schneiden Hamburg und Baden-Württemberg besonders gut ab. das Saarland liegt im unteren Bereich. Eine mögliche Erklärung wären mangelhafte Informationen oder die unterschiedliche Verteilung von speziellen Versorgungseinheiten beim akuten Herzinfarkt, den sog. Brustschmerzeinheiten (>> Chest Pain Unit; CPU).