Angina pectoris (AP)

Mit Angina pectoris (Brustenge, AP) bezeichnet man die anfallsartigen Schmerzsymptome bei einer KHK, die bei einer Durchblutungsstörung des Herzens in Ruhe oder unter körperlicher, auch psychischer Belastung auftreten können. Dabei kommt es in der Regel zu starkem Engegefühl und Schmerzen in der Brust, meist linksseitig, wobei diese meist in den linken Arm bis in den kleinen Finger/Ringfinger ausstrahlen können. Die Schmerzen können aber auch in Rücken, Unterkiefer, Oberbauch ausstrahlen, was die Diagnosefindung manchmal erschwert (Rückenbeschwerden, Zahnweh, Magen-Darm-Beschwerden!)

(s. Symptome – Zusammenfassung)

Sie enstehen auf der Grundlage von Einengungen der Kranzgefäße, sog. Stenosen. Je nach Befall der drei Haupt-Kranzgefäße spricht man von 1-, 2- oder 3-Gefäßerkrankung. Diese wiederum entwickeln sich infolge von Fett- und Kalkeinlagerungen in die innere Gefäßwandschicht (Plaques). Sie können über die Zeit ein Ausmaß erreichen, das die Durchblutung des Herzens besonders unter Belastung vermindert, wobei dann die typischen Beschwerden entstehen. Manchmal sind aber auch Gefäßkrämpfe (Spasmen) die Ursache oder beides.

Diese Beschwerden treten oft bei Patienten mit Risikofaktoren in Erscheinung (Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Rauchen etc.). Wenn AP unter körperlicher Belastung auftritt, sprechen wir von Belastungs-AP, oder stabiler AP.

AP kann aber auch bei körperlicher Ruhe oder nachts vorkommen. Dann treten die Beschwerden plötzlich auf und das ist sie immer ein Alarmzeichen des drohenden Herzinfarkts, und wird als instabile AP oder akutes Koronarsyndrom bezeichnet. Es muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Die Diagnose einer AP erfolgt durch die Schilderung der Beschwerden (Anamnese) sowie durch das EKG bezw. das Belastungs-EKG. Während die (stabile) Belastungs-AP in der Regel medikamentös behandelt wird, sollte die Ruhe-AP (instabile AP oder akutes Koronarsyndrom) baldmöglichst über Herzkatheter-Diagnostik geklärt und entsprechend behandelt werden (Stent oder Bypass-OP). Der Herzinfarktverdacht gehört zu schnell wie möglich ins Spezialkankenhaus, wo die Diagnose auch durch Blutuntersuchungen (CK, Troponintest) weiter gesichert werden kann.



Notrufnummer

112 (Feuerwehr-Leitzentrale)

oder

19222 (Rettungsdienst)