Venenleiden

unter Venenleiden versteht man:

  • Krampfadern
  • Thrombosen (Phlebothrombosen; Gerinnselbildung)
  • Venen-Entzündungen (Thrombophlebitis)
  • venöse Embolien

Das anatomische Prinzip

 


(s.a. allgemeinen Abschnitt Anatomie)
Venen (Blutadern) sind Blutgefäße, die das sauerstoffarme Blut nach Gewebspassage zurück zum Herzen führen. Man unterscheidet oberflächliche (die z.T. mit bloßen Auge sichtbar sind) von den tiefen Venen, die in der Regel größer sind. Venen sind Blutgefäße, die den Rücktransport des sauerstoffarmen und kohlendioxidreichen Blutes aus dem Gewebe zum rechten Herzen ermöglichen. Sie sammeln das Blut von Kopf und Armen in der oberen Hohlvene, das der Beine, des Bauchraums und des Beckens in der unteren Hohlvene. Sie sind aus Bindegewebe und weniger als Arterien aus Muskelgewebe aufgebaut. Sie unterliegen besonders in den Beinen der Schwerkraft, die den Rücktransport zu hemmen sucht. Daher hilft sich der Körper durch die Venenklappen und die sog. Muskelpumpe, den Transport bis in die untere Hohlvene im Bauchraum zu erleichtern. Außerdem unterstützt tiefe Einatmung den Rücktransport durch einen Ansaugeffekt in den Brustkorb. Umgekehrt verhindert Pressatmung den Rückfluss. Auch die Herzbewegung während der Zusammenziehung führt dazu, dass Venenblut in den rechten Herzvorhof gesaugt wird.
Ist dieser Rückstrom gestört, treten die „Venenleiden“ in Erscheinung

Es gibt vier Mechanismen, die den Blutrückfluss durch die Venen regulieren:

  • Venenklappen
  • Muskelpumpe
  • Atmung
  • Herzaktion.

Man unterscheidet das oberflächliche (oft sichtbare) und das tiefe Venensystem. Dieses ist besonders an den Beinen durch die sog. Venae perforantes oder Perforansvenen (Venen, die die Bindegewebsschichten zwischen den Muskeln des Beines durchbohren) miteinander verbunden.
Für das Entstehen von Venenleiden in den Beinen spielt die Klappenfunktion und ein verlangsamter Blutfluss eine wichtige Rolle. Wenn die Klappen nicht mehr richtig schließen, staut sich das Blut in den tiefen Venen und tritt über die sog. Perforansvenen an die Beinoberfläche; es entstehen die Krampfadern. Für diese sind besonders solche Menschen anfällig, die oft lange stehen müssen (Berufskrankheit, etwa Zahnärzte). Da bei diesen das Blut nicht richtig fließt, erhöht sich der Venendruck, und die Klappenfunktion wird gestört. Fließt das Blut in den Venen zu langsam, etwa bei Bettlägerigkeit oder ungünstiger Körperhaltung (Langstreckenflüge!), können sich in den Venen Blutgerinnsel mit den Folgen einer Thrombose in den tiefen Venen bilden.
Als wichtige Krankheiten der Venen kennen wir die (meist entzündlichen) Thrombosen der oberflächlichen (Thrombophlebitis) und tiefen Venen (Phlebothrombose) und die Hauptkomplikation der tiefen Beinvenenthrombose, die Lungenembolie.