Herzrhythmusstörungen

Änderungen der regelmäßigen Herzschlagfolge, der der sog. >> Sinusrhythmus zugrunde liegt, nennt man Herzrhythmusstörungen (HRS). Diese können harmlos und psychisch bedingt bis lebensbedrohlich und manchmal unbehandelt tödlich sein (>> Kammerflimmern). Es ist Aufgabe des Arztes, hier insbesondere des Kardiologen, die Natur der HRS zu erkennen und wenn nötig, effektiv zu behandeln.

Normalerweise wird der Herzschlag nicht gespürt. Doch hat jeder Mensch in emotionalen Ausnahmesituationen sein Herzklopfen erlebt, was absolut normal ist und in vielen auch literarischen Zeugnissen niedergelegt ist.

Erlebt werden diese Empfindungen wie folgt:

– Herzklopfen (Palpitation)
– „Aussetzer“
– Herzrasen („Herzkasper“)
– „das Herz schlägt bis zum Hals“

Schwindel, Gangunsicherheiten und plötzliche Ohnmachten können ebenfalls Zeichen (ernster) HRS sein. Ohnmachten (>> Synkopen) können durch Herzpausen, d.h. das Herz schlägt zeitweilig extrem langsam, sodaß die Hirndurchblutung stoppt (Herzblock), oder durch zu schnellen Herzschlag („Herzflattern“), ausgelöst sein. In solchen Fällen empfiehlt sich eine gründliche kardiologische Untersuchung einschließlich einer elektrophysiologischen Untersuchung (>> EPU), da u.U. ein Herzschrittmacher oder ein >> Defibrillator eingepflanzt werden muss.

Beim Fühlen des Pulses an der Handwurzel-Daumenseite (Radialispuls) oder an der Halsschlagader (Carotispuls) lassen sich Unregelmäßigkeiten auch durch den Laien feststellen. Auch ist der fehlende Puls der Halsschlagader eines der sicheren Zeichen eines >> Kreislaufstillstandes! (s.a. Wiederbelebung)

Es wird vom routinemäßigen Tasten des Pulses an der Halsschlagader abgeraten, da bei zu starkem Druck oder überempfindlicher Ader Herzblockaden oder Schlaganfälle ausgelöst werden können (Ausnahme: Einübung durch Arzt bei schlechter Tastbarkeit an der Handwurzel)).

Das unvermittelte Erleben eines unregelmäßigen Herzschlages („Aussetzer“) führt beim Betroffenen oft zu ängstlichen Reaktionen und Überbewertung bis zur Depression, gerade bei jüngeren Menschen. Hier sollte eine Klärung allein wegen dieser Reaktion erfolgen, selbst wenn sich herausstellt , dass eine organische Herzerkrankung nicht vorliegt.

Immer gilt: eine Herzrhythmusstörung ist solange als ernst zu bewerten, bis ein eindeutiger Beweis für ihre Harmlosigkeit erbracht ist.
Eine Besonderheit stellt das Vorhofflimmern dar.